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Wenn man sich den ,,neuen“ (im Februar 2020 erschienen) Asics Novablast mal genauer anschaut, dann erinnert dieses Modell nicht direkt an einen asicstypischen Laufschuh. Sehr hoher Stand, zackige Mittelsohle und ein trampolinfedernder Effekt zeichnen den Schuh aus, was man von Asics bisher noch gar nicht gewohnt war. Ein Grund mehr, dem Asics Novablast ein wenig mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Ich bin den Schuh jetzt knappe 265km gelaufen und erlaube mir mal, ihn euch etwas detaillierter vorzustellen.

Wer schreibt hier?

Die Füße und Schuhe, die ihr auf dem Bild seht, sind von mir (Tim aka tist100, 23 Jahre alt und absoluter Laufschuhliebhaber). In den letzten Jahren bin ich unzählige Laufschuhe von den unterschiedlichsten Marken gelaufen und versuche, die für mich geeignetsten Schuhe zu finden. Mich hat der Novablast von Asics durch seine völlig neue Art echt neugierig gemacht, darum versuche ich heute, den Schuh mal nach ein paar Kriterien zu beschreiben. Viel Spaß beim Lesen!

Gut Reicht jetzt. Weiter.

Hätte man die Streifen von Asics nicht auf den Schuh gedruckt, dann wäre ich wohl niemals darauf gekommen, dass es sich bei dem Schuh hier tatsächlich um ein Modell der Asics-Reihe handelt. Besondere Ähnlichkeiten zum Cumulus oder Kayano, zwei der wohl meist getragenen Laufschuhe von Asics, hat der Novablast nicht. Aber überhaupt nicht. In aller Kürze ein paar Fakten zum Schuh:

  • Sprengung: 10,00 mm
  • Gewicht: 275,00 g (bei einer UK10)
  • Sohlentechnik: FLYTEFOAM BLAST™-Mittelsohlenschaum
  • Obermaterial: dünner und belüftender Mesh-Stoff
  • Schuhtyp: neutraler Straßenlaufschuh mit BOUNCE-Effekt
  • Preis: 112,00 € bei Asics

Sollte man noch mehr wissen? Der Schuh fällt weder besonders groß noch zu klein aus. ,,True to Size“ nennt man das glaube ich. Das reicht wohl für den Beginn.

Als ich den Schuh das erste mal angezogen habe, so merkt man gleich, dass dieses Modell von Asics wirklich eine neue Innovation der Japaner zu sein scheint. Der Schuh liegt angenehm am Fuß, das liegt an dem weichen Mesh-Obermaterial, welches keine anderen Trage- oder Stützelemente an den Seiten der Schuhe verzeichnet. Der Schuh ist sehr atmungsaktiv und man spürt den Wind sogar teilweise durch das Mesh.
Die Fersenkappe ist recht steif und bietet genügend Halt beim Laufen. Ich muss es leider erwähnen: Die ersten vier oder fünf Läufe mit dem Novablast hatten alle eins gemeinsam – ich bin stets mit einer Blase oberhalb der Ferse wiedergekommen. Das lag mit Sicherheit nicht daran, dass ich in dem Schuh die falsche Größe hatte, mir war die Härte der Fersenkappe auf den ersten 50-75 km echt zu robust. Mittlerweile kann ich den Schuh aber ohne Blasenbildung laufen.

Was natürlich noch gleich zu Beginn auffällt ist die auffällige Mittelsohlenkonstruktion, die Asics folgendermaßen beschreibt:

,,Die Außen- und Mittelsohle des NOVABLAST™ Schuhs wurden entwickelt, um das dynamische Gefühl der FLYTEFOAM™ Blast-Technologie zu verstärken. Dadurch wird ein Trampolin-Effekt erreicht, der dich vorantreibt.“

Die Flytefoam Blast-Technologie, eine komplett neue Erfindung von Asics, soll mich also wie ein kleines Trampolin nach vorn schießen lassen. Wenn man in den Schuhen steht, dann ist die Mittelsohle erst einmal sehr angenehm und gleicht meiner Meinung nach ein bisschen dem adidas ultra Boost.

Läuft man die ersten Meter, so muss man seine Füße wirklich erst einmal an diese Technologie heranführen. Denn bei jedem Schritt federt der Schuh tatsächlich deutlich mit und kickt dich ein Stück nach vorn. Ich empfand das als sehr angenehm und man weiß doch recht zügig mit dem echt spührbaren ,,Bounce-Effekt“ umzugehen. Vergleichbar mit einem Carbonschuh ist dieser Bounce Effekt wie ich finde nicht. Der Nike Vaporfly ist ein wenig direkter auf der Straße und gibt den ultimativen Kick nach vorn. Der Novablast hingegen ist ein wenig bemühter, dich nach vorn zu drücken, es funktioniert aber auch beim Japaner gut!

Was man ebenfalls auf einen Blick sieht und spätestens merkt, wenn man in dem Schuh steckt, ist die deutlich höhere Fußposition. Hier ist ein bisschen Vorsicht geboten: Wer dazu neigt, etwas instabilere Fußgelenke zu haben oder deutlich üperproniert, der wird mit dem Novablast wohl Schwierigkeiten bekommen. Denn Stützen sind beim Novablast nicht zu finden und der Fuß muss schon ein wenig stabiler sein, um gescheit mit dem Novablast umzugehen.

Ich bin den Schuh sowohl auf der Straße, als auch auf Wald-, matschigen und steinigen Wegen gelaufen und musste feststellen, dass der Schuh nur für die Straße angedacht ist. Sobald es etwas profilierter oder gar matschig wird, verliert der Novablast an Grip und man kommt deutlich schlechter vorwärts. Auf der Straße jedoch kann der flummiartige Schuh aber all seine Stärken ausspielen. Die Mittelsohle federt super und die gummierte Sohle darunter bietet genügend Traktion, auch wenn die Straße ein wenig nasser ist.
Kurven laufe ich mit dem Novablast minimal langsamer, weil hier vielleicht ein kleines bisschen zu wenig Stabilität im Mittelfußbereich gegeben ist.

Den Asics Novablast bin ich bisher 270 km gelaufen und habe ihn sowohl bei langsamen als auch bei schnelleren Läufen getragen. Bei mir hat sich der ,,Bounce-Effekt“ wohl irgendwo um ein Tempo von 4:30 min/km bemerkbar gemacht, bei langsameren Einheiten verpufft der Effekt etwas. Meine schnellsten Kilometer in 3:10 min/km bei einem Halbmarathon in ca. 1:14h fühlten sich echt klasse an, nur die Kurven sind etwas mit Bedacht anzugehen. Die Ermüdung während des Halbmarathons schlich eigentlich kaum ein, was womöglich auf den Flummi-Schuh zurückzuführen ist.

Fazit

Nach allmählichen Startschwierigkeiten mit dem Novablast bin ich doch ein Fan vom Flummi unter Asics Laufschuhen geworden. Ich würde den Schuh als schnelleren Dauerlaufschuh einstufen, der im Training echt Spaß macht. Ein Wettkampfschuh ist der Novablast in meinen Augen nicht, dafür fehlt es ein wenig an Stabilität und Direktheit auf der Straße. Schnelle Kilometer lassen sich mit dem Japanischen Trampolin aber dennoch sehr gut laufen, gerade bei längeren Läufen um die 20 km ist der Novablast eine echte Hilfe.