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Wir testen den Metaracer von Asics – das Flaggschiff für die olympischen Spiele in Tokio

Der Hype um Schuhe mit integrierten Carbonelementen geht weiter. Wir haben das Topmodell von Asics, den Asics Metaracer Tokyo ins Visier genommen und wollen euch heute zeigen, was der superleichte Japaner auf die Straße zaubert. Los gehts mit ein paar Numbers & Facts:

Sprengung: 9 mm
Dämpfung: FlyteFoam & Carbonfaserplatte
Sohle: geschwungen (am Vorfuß nach oben gezogen) und gummiert
Upper: sehr angenehmes Mesh
Typ: Wettkampf- und Temposchuh
Gewicht: 200 g bei einer US 8
Preis: 200,00 € bei Asics
Passform: Der Schuh ist recht schmal geschnitten, fällt aber dennoch normalgroß aus. Ich habe in anderen Asics Modellen die selbe Größe wie im Metaracer.

First Impression:

Ganz schön knallige Farbe! Ganz schön leicht! Ganz schön schnell. Und doch ist der Metaracer anders als die bisher getesteten Carbon-Racer. Was mir sofort auffällt ist die Höhe der Sohle, die im Vergleich zum Vaporfly oder Adizero Adios Pro ja fast puristisch daherkommt. Versteht mich nicht falsch, aber wenn man zum Beispiel den Vaporfly neben den Metaracer legt oder beide mal an einen Fuß schnürt, dann erscheint der Vaporfly wie ein High Heel und der Metaracer wie ein ganz flacher Straßenschuh. Was das für Vorteile hat, beschreibe ich etwas weiter unten.

Laufgefühl:

Ich muss gestehen, dass ich von diversen Carbonschuhen mittlerweile etwas voreingenommen bin. Und trotzdem hatte ich gleich zu Beginn ein sehr dynamisches und antreibendes Gefühl durch die Schuhe wahrgenommen. Woran das liegt? Zum einen ist die Sohlenform dazu bestimmt, dich aus dem Stand schon nach vorn rollen zu lassen. Wie man auf den Bildern unschwer erkennen kann, ist die Sohle zum Vorfuß hin nach oben gezogen. Steht man in dem Schuh und wippt mit dem Fuß leicht nach vorn, so kippt man direkt in den Laufschritt. Und auch beim Abrollverhalten macht sich der japanische Flitzer echt gut. Die runde Sohlenform macht ein sehr geschmeidiges und schnelles Abrollverhalten möglich. Dazu kommt die eingebaute Carbonfaserplatte, die sich vor allem bei schnellen Geschwindigkeiten von <4:00min/km entfaltet und dich spürbar aus dem Asphalt drückt. Fersenläufer haben hier etwas Nachsehen, da sich diese Technologie eher beim Mittelfußlaufen oder Vorfußlaufen bemerkbar macht. Wieso das so ist? Die Carbonplatte liegt in genau den eben genannten „Fußbereichen“ und eben nicht im hinteren Bereich des Schuhs. Läuft man bewusst mal ein paar Schritte über die Ferse, dann merkt man diesen Effekt der Carbonplatte nicht so stark. Das ist bei anderen Modellen natürlich nicht anders.

Was mir sehr gut gefällt ist die Stabilität des Schuhs. Ich hatte zu keiner Sekunde das Gefühl, etwas unsicher in Kurven zu sein und bin auch nicht einmal ins Schwimmen gekommen. Lang gemacht habe ich mich mit dem Schuh zwar trotzdem einmal in einer Kurve, aber das lag dann an einer deutlich zu schnell genommenen Kurve und dem matschigen Untergrund :-D. Ich persönlich empfinde den Metaracer in Sachen Stabilität um Längen besser als den Vaporfly oder Alphafly. Grund dafür ist wahrscheinlich die weiter oben angesprochene Höhe der Sohle. Im Metaracer habe ich mehr Nähe zum Boden gespürt, was bei den Nike Modellen eher zu vernachlässigen ist. Hier sind Kurven eher mit Bedacht zu laufen. Auch das Obermaterial des Metaracers fühlt sich im direkten Vergleich etwas luftiger aber gleichzeitig stabiler an. Ich habe im Japaner ein rundum stabiles und sicheres Laufgefühl. Daumen hoch.

Was ich den beiden Nike Modellen aber doch anrechnen muss, und hier hat das Modell von Asics dann etwas das Nachsehen, ist diese unfassbar starke Energierückgabe und das „Pushen nach vorne“ durch die Carbonplatte. Ja, die Modelle von Nike sind sehr steif und haben eine enorm hohe Sohle, aber in Kombination bieten diese Elemente den bestmöglichen Kick oder die meiste Art von Unterstützung. Auch der Metaracer macht seinen Job gut und er ist auf jeden Fall ein ebenbürtiger Konkurrent zu anderen Schuhen dieser Garde, im direkten Vergleich vermisse ich allerdings den maximalen Kick nach vorn, so wie ich es vom Vaporfly kenne.

Fazit:

Ich habe den Metaracer sowohl bei einigen Tempoläufen im 3:20er Schnitt als auch bei Intervallen (400er in 60-65 Sekunden) an seine (und meine eigenen) Grenzen herangeführt und kann abschließend sagen, dass mir der Metaracer in Zukunft das ein oder andere schnelle Training etwas erleichtern kann, denn Spaß macht der orange Japaner auf jeden Fall! Die Intervalle auf der Bahn liefen sich super, die Kurven waren klasse zu laufen und auch dieser besondere Carbon-Kick hat mir in den Trainings echt geholfen.

Wenn ich den Metaracer von Asics laufe, dann meine ich manchmal, es sei der Zoom Fly von Nike. Dieser ähnelt dem Metaracer sowohl in der hochgezogenen Sohle, in der Form der Energierückgabe und auch in Sachen Laufgefühl. Meine erste Wahl für Tempoeinheiten im Training ist in Zukunft mit Sicherheit des Öfteren der leichte Carbon-Racer aus Japan. Für den Wettkampf hat der Vaporfly in meinen Augen, und das ist rein subjektiv, doch die Nase vorn, da mich dieser einfach noch explosionsartiger nach vorn drückt.