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Moin, Jonas hier!
Heute möchte ich euch über eine Challenge berichten, die ein Freund und ich zusammen in Angriff nehmen werden. Diese hat ausnahmsweise nichts mit dem Laufen zu tun. Wir planen einen XXL-Trip von West nach Ost innerhalb von zwei Tagen.

Laufen und Rad fahren, das ergänzt sich meiner Meinung nach sehr gut! Als Triathlet gehört das Radfahren zu meinem Trainingsgebiet. Einer meiner Trainingskollegen und Freunde ist Jan, 21 Jahre alt und leidenschaftlicher Radfahrer. Jan kenne ich vom Triathlon und mit ihm unternehme ich regelmäßig Radtouren von 60 bis 150 km, gerne auch mit Pausen zwischendurch. Im Vordergrund steht hier meist die Verbesserung der Grundlagenausdauer, sodass ausgiebig Unterhaltungen geführt werden können. Ich denke, dass diese Einheiten von vielen Sportlern sehr unterschätzt werden in Zeiten des Rollentrainings auf Programmen wie Zwift (digitales Radfahren). Man lernt seinen Körper auf diesen langen Ausflügen sehr gut kennen, beispielsweise brauche ich nach 2 von 5 Stunden Radfahrt eine regelmäßige Zufuhr von Kohlenhydraten, wie ich gelernt habe. Ein guter Trainingseffekt ergibt sich für den Fettstoffwechsel, bei langen und lockeren Ausfahrten genau so wie bei langen und lockeren Läufen. Meine Erfahrung ist, dass lange Radfahrten so viel cooler sind als Longruns! Oft verbinden wir unsere Trainingsausfahrten auch mit einer Kaffeepause mit Kuchen, so macht das Ganze umso mehr Spaß! Cool ist auch, dass man sehr viele Spots in der Umgebung besichtigen kann, man sozusagen das Nützliche mit dem Schönen verbindet.

So planen wir in naher Zukunft eine Tour zur Wewelsburg, einer Sehenswürdigkeit bei Paderborn. Viele Läufer unter euch teilen ebenfalls ein Faible für den Adventure-Charakter. Mit dem Rad kann man natürlich leichter große Distanzen überbrücken, sodass daraus schnell ein ungewöhnliches Abenteuer wird. Jan und ich werden im Juni eine Tour fahren, die von Bielefeld bis nach Berlin 100 % Abenteuer-Charakter garantieren wird. Ich bin froh, dass Jan in puncto Radfahren genau so verrückt drauf ist wie ich, denn für ihn und mich ist Radeln ein Genuss. Man sieht beim Radfahren so viel, dass fast schon eine Reizüberflutung entsteht. Gerade in dieser Zeit braucht man einfach eine Herausforderung, da man als Sportler aufgrund fehlender Wettkämpfe unter chronischer Unterforderung leidet. Deshalb haben einige Verrückte des Triathlonvereins TriStar Oelde sich gedacht, den längsten Tag des Jahres doch mal in extremer Weise sportlich zu nutzen. Am 30.Juni, dem besagten Tag; soll eine Distanz von 350 Kilometern absolviert werden. Da ich für solche extremen Ideen sehr empfänglich bin, habe ich sofort überlegt, welche Strecke dieser Länge entsprechen könnte. Dann stand fest: Von Bielefeld bis nach Berlin sind es ca. 400 Kilometer, das muss ich Jan mitteilen und ihn fragen, ob wir diese Strecke in Angriff nehmen wollen. Die Distanz von 350 Kilometern reizt mich so, weil es im vergangenen Jahr ein Ding unter Radsportlern war, die 300-Kilometer-Marke zu knacken. Unser Plan ist: Nach den 350 bis 360 km werden wir kurz vor Berlin die Beine hochlegen und im Hotel ein Bier trinken. Meine längste Tour waren bisher die letztjährigen 210 Kilometer von Rheine nach Borkum.

Ich bin der festen Überzeugung, dass da noch etwas mehr an Abenteuer und Kilometern geht! Warum Berlin? Weil ich diese Stadt mag und nicht zuletzt weil es die Hauptstadt ist! Jan war sofort begeistert von der Idee und wir beschlossen, bei Espresso und Radler einen Plan zu schmieden. Zu dieser Planung gehört nicht nur der Routencheck, sondern auch das ganze Drumherum. Da wäre zum Einen das Umrüsten unseres Rades auf Gravelreifen. So können wir unterwegs auch mal über Schotterpisten rasen, ohne gleich Angst vor einem Platten haben zu müssen. Und wir fahren landschaftlich gesehen eine viel attraktivere Route. Punkt zwei wäre die Verpflegung: Wie schaffen wir es, über 18 Stunden unseren Blutzuckerspiegel und  Wasserhaushalt konstant zu halten? Wir waren uns schnell einig, dass wir uns nicht eine Stunde für eine Pizza in der Mittagspause Zeit lassen können. Die Erfüllung der Challenge steht für uns im Vordergrund! Daher setzen wir auf verschiedene Riegel, für diese haben wir alleine 50 Euro ausgegeben. Um an diesem Sommertag eine Dehhydrierung zu verhindern, war eine weitere Anschaffung eine Trinkblase mit Volumen von 2 Litern. Diese kommt in den Laufrucksack und schon kann man an einem Schlauch nippen und droht nicht zu verdursten. Diese Blase werden wir mit einem Elektrolytgetränk-Mix auffüllen. Ein logistisches Problem auf dem Rad ist der Mangel an Platz für Alltagskleidung, eine Regenjacke oder Laufschuhe. Als Lösung dafür dient eine XXL-Satteltasche mit einem Fassungsvermögen von 10 Litern. Die Route an sich muss für uns möglichst leicht zu verfolgen zu sein, daher haben wir beide einen Radcomputer mit dem GPX-Track am Lenker. Zwischen Brandenburg und Potsdam sollten wir die Challenge über 350 Kilometer im Sack haben, sodass wir aktuell auf die Öffnungen der Hotels und Herbergen hoffen, um nicht campen zu müssen. Camping ist toll, jedoch bräuchten wir dafür ein Zelt, welches enormen Stauraum kosten würde.

Fest steht: Wir haben Bock auf eine Challenge und werden diese durchziehen, auch wenn wir noch nie eine ähnliche Distanz gemeistert haben!